23.10.2008: Fast 500 000 Einbrüche pro Jahr werden in Deutschland mittlerweile verübt. In der Hälfte der Fälle sind Privathäuser betroffen. Doch nicht nur die Täter rüsten auf. Immer mehr Hausbesitzer versuchen, ihr Heim wirksam zu schützen, und sind dabei auch bereit, einiges an Geld dafür auszugeben. Das Geschäft mit Alarmanlagen boomt, und die Geräte werden technisch auch immer ausgereifter. Ein Nachteil vieler Sicherheitssysteme ist jedoch bisher, dass sie nur mit großem Aufwand zu installieren und zu bedienen sind. Sie vermitteln damit leicht eine Bunkermentalität, die viele Kunden abschreckt.
Nun jedoch gibt es eine neue Alarmanlage, bei der nicht aufwendig Sensoren an Türen und Fenstern installiert werden müssen oder das ganze Haus verkabelt werden muss. Die von der bayerischen Firma Glatech vertriebene Anlage ist nicht größer als ein Videorekorder. Sie misst neben Veränderungen des Luftdrucks gleichzeitig auch die Veränderung der Luftschwingung. Diese Parameter werden in einem Haus oder einer Wohnung beim Einscha en der Anlage gemessen und als Referenzgröße abgespeichert. Sämtliche Abweichungen, wie sie beim Einschlagen von Fenstern, Aufbrechen von Türen oder anderen einbruchstypischen Vorgängen verursacht werden, führen sofort zur Alarmauslösung - einem lauten, markerschütternden Sirenenton, der jeden Eindringling in die Flucht schlagen soll.
Bewohner oder Haustiere erzeugen diese alarmauslösenden Veränderungen nicht und können sich deshalb auch bei eingeschalteter Anlage frei im Haus bewegen, betont Glatech. Ausschlaggebend sei, dass die Anlage beim Aufstellen von einem Fachmann individuell auf die Haussituation eingerichtet werde. Im Normalfall lassen sich alle Räume eines bis zu fünf Stockwerke hohen Gebäudes mit bis zu 600 Quadratmeter Wohnfläche unabhängig von der Anzahl der Türen und Fenster überwachen. Das System eigne sich für Haus, Wohnung sowie Büros und werde an einem beliebigen Platz in dem Objekt aufgestellt. Zudem gibt es ein Modul, das bei einem Einbruch den Alarm über das Mobilnetz oder Festnetz weit leiten kann. Die Alarmzentrale, die nach den aktuellen EU-Normen durch ein international renommiertes Institut geprüft wurde, soll rund 2000 Euro kosten. Friedemann Sittig